ACHTE GUT AUF DIESEN TAG
DENN DAS HEUTE, RECHT GELEBT,
MACHT JEDES GESTERN ZU EINEM TRAUM VOLLER GLÜCK.
UND JEDES MORGEN
ZU EINER VISION VOLLER HOFFNUNG.”
(Rumi)

Meinen ersten Kontakt mit Meditation hatte ich als Volksschülerin durch meine Tante Hanni, die eine Nonne der ‘Barmherzigen Schwestern’ war. Während meiner Kindheit verbrachte ich mit ihr die Sommerferien mit am Bauernhof meiner Familie, wo sie regelmäßig in der Natur saß und meditierte.

Viel später, als junge Erwachsene blitzten immer wieder Möglichkeiten auf, mit dem Meditieren zu beginnen, doch die Notwendigkeit oder Sehnsucht in mir waren nicht groß genug. In den unterschiedlichen Yogaklassen, die ich dann mehr oder weniger regelmäßig besuchte, war nur selten eine Meditationssequenz integriert.

Erst vor einigen Jahren entschied ich mich, an einem Meditationskurs teilzunehmen. Dort dämmerte mir, worum es eigentlich geht, nämlich nicht um das stille Sitzen und krampfhafte Versuchen keine Gedanken zu haben, sondern die Gedanken wahrzunehmen und sie dann wieder ziehen zu lassen. Neben Atemmeditation lernten ich Gehmeditationen und auch Meditationen mit Mantren kennen.

Später in meiner Yogalehrerinnen-Ausbildung konnte ich meinen Erfahrungsschatz an Meditationstechniken weiter vergrößern. Immer häufiger nutzte ich Yoga als bewegte Meditation. Ich übte verschiedene Atemmeditationen, Meditationen mit Mantren, geführte Meditationen und Gehmeditationen. Wieder wurde ich an das Ziel der Meditation erinnert, nämlich:

* Gedanken vorbeiziehen lassen zu können
* Gedanken mit Distanz wahrnehmen zu können, als würden wir unsere eigenen Gedanken beobachten
* Weg vom Ich-Denken zu kommen und zu realisieren, dass wir Teil eines Ganzen sind

Immer noch spricht mich besonders die Atemmeditation an, weil ich meinen Atem immer bei mir habe und ich diese Technik einfach und unbemerkt überall ausüben kann. Durch die Atem-Meditation lernte ich meinen Atem immer besser kennen und kann ihn gezielt einsetzten. Bin ich zum Beispiel mit einer herausfordernden Situation mit meinen beiden Teenagern konfrontiert, lenke ich meine Aufmerksamkeit erst einmal für kurze Zeit auf meinen Atem, bevor ich reagiere. Immer funktioniert es natürlich nicht wie zum Beispiel, wenn ich bereits zu sehr in der Emotion bin.

Dieses Jahr habe ich eine Ausbildung zur Meditationslehrerin begonnen, um noch tiefer in die Materie einzutauchen. Immer wieder werde ich bereichert und bemerke wie viel ich noch lernen kann. Ich genieße die Wochenenden in der Ausbildung wo ich mich völlig auf das Meditieren einlassen kann und freue mich dann wieder auf den Alltag und die bunte Geschäftigkeit zuhause.

MEDITIEREN IST NICHT GLEICH FOKUSSIEREN, sondern etwas Leichtes und Fließendes. Es handelt sich um etwas Prozessorientiertes und nicht um etwas Zielorientiertes. Meditation bietet eine Chance uns bestimmte Eigenschaften wie etwa Ungeduld, Wut, Widerwillen, etc. anzuschauen.

OFT HEISST ES, es sei ideal am Morgen zu meditieren, ich meditiere auch am Abend oder zwischendurch oder mache eine monotone Tätigkeit zur Meditation. Übe ich Meditation im Sitzen, dann ist es hilfreich

eine gute aufrechte Haltung einzunehmen
Ruhe zu haben
willig zu sein, es zu wollen (entsteht wenn Sehnsucht / Notwendigkeit da ist)

MICH ÜBERRASCHTE, dass ich auch mit vollem Kopf meditieren kann. Ich kann so Abstand gewinnen von dem was mich geistig beschäftig und es aus einer anderen Perspektive sehen. Mich überraschte der Einfluss von Meditation auf die Einstellung zum Leben und den Umgang mit herausfordernden Situationen. Sie hilft dabei, Dinge aus der Distanz zu betrachten und andere Blickwinkel zu entdecken.

MIR HELFEN Atem-Meditationen für zwischendurch, wenn ich das Gefühl habe ich brauche etwas Luft oder Zeit. Meinen Atem habe ich immer bei mir und ich kann leicht innehalten und einige Minuten meinen Atem wahrnehmen oder Energie mit dem Atem an eine bestimmte Körperstelle hinlenken oder etwas aus meinem Körper hinaus lenken.

MANCHMAL GELINGT ES MIR, alltägliche Arbeiten wie etwa das Bügeln, die Gartenarbeit, mit dem Hund Gassi zu gehen oder das Essen zur Meditation zu machen, indem ich sie ganz bewusst und achtsam ausübe und in eine Art Flow komme. Das macht die früher öden Arbeiten zu Möglichkeiten Meditation zu üben. Eigentlich sind die oben erwähnten Meditationsarten Übungen, für die Integration der Meditation ins alltägliche Leben. Schafft man das, ist es unglaublich lebensverändernd, da sich unser Umgang mit Situationen komplett verändert.

NICHT VERGESSEN: Einmal kommen mehr Gedanken mit denen uns unser geschäftiges Gehirn abzulenken versucht, ein andermal weniger, das ist normal und nicht schlechteres oder besseres Meditieren. Einfach meditieren mit dem was ist! Wir meditieren nicht, um Gefühle loszuwerden, sondern um mit ihnen Freundschaft zu schließen.

Zum Vertiefen:

  • Chödrön Pema ‘Meditieren: Freundschaft schließenmit sich selbst’
  • Skuban Ralph ‘Yoga Meditation: Eine Einführung in vier Schritten’